Wie der Einfluss von Konzern- und Agrarlobbyisten das Gemeinwohl gefährdet.

Hallo und guten Tag, Uwe Michael Wiebking,

haben Sie sich schon einmal gefragt, WARUM eigentlich so viele umstrittene Pestizide in der Landwirtschaft eingesetzt werden dürfen, obwohl die meisten Menschen das ablehnen? WARUM die wichtigsten Angaben auf Lebensmittelpackungen in winzig kleiner Schrift versteckt auf der Rückseite stehen? Oder WARUM die Tierschutzstandards nicht endlich besser kontrolliert werden?

Ein Teil der Antwort liegt sicher in dem, was die frühere Ernährungs- und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner laut „Spiegel“ einem Bundestagsabgeordneten beim Bier gestanden haben soll: „Ich tue alles, was der Bauernverband will.“ Eine gewählte Volksvertreterin und vereidigte Ministerin, die sich ihre Politik von der Agrarlobby diktieren lässt? Das ist schlimm – noch schlimmer aber ist, dass es sich bei der Ministerin mitnichten um einen Einzelfall handelt. Im Gegenteil: Die Macht der Einflüsterer vom Bauernverband und den Lobbyverbänden der Lebensmittelindustrie ist gewaltig, und wir spüren sie jeden Tag. Mit foodwatch kämpfen wir dafür, dass die Interessen von uns Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht unter die Räder geraten – helfen Sie uns dabei und werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!

Wie groß der Einfluss der Lobbyisten tatsächlich ist, lässt sich an einigen erschreckenden Beispielen nur erahnen:

  • Eine Milliarde Euro (!) hat die Lebensmittelindustrie EU-weit investiert, um die von zahlreichen Verbraucherinnen und Verbrauchern gewünschte Ampelkennzeichnung für Lebensmittel zu verhindern – mit vollem Erfolg, es gibt bis heute keine verbindliche Nährwert-Ampel. In der Lobby-Schlacht um die Kennzeichnungsvorgaben baute die Lebensmittelindustrie ihre „Informations“-Stände sogar mitten im Europaparlament auf! Auch eine bessere Herkunftskennzeichnung, für die sich das Europaparlament schon ausgesprochen hatte, verhinderte sie. Und sie drückte zusätzlich noch eine 1,2-Millimeter-große Schrift für die Angaben auf Etiketten durch, nachdem ursprünglich größere Angaben vorgesehen waren.
  • Die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung zeigt besonders deutlich, welche Macht die Wirtschaftslobby hat. Bei ihrer Risikobewertung schrieb die zuständige Behörde aus Monsanto-Studien ab. Und als bei der EU-Abstimmung das deutsche „Ja“ den Ausschlag für eine erneute Zulassung des Ackergifts gab, hatte der damalige Landwirtschaftsminister Christian Schmidt gute Unterstützung: Sein Staatssekretär Peter Bleser nämlich ist in der Branche bestens vernetzt. Vor seinem Amt im Ministerium war er nicht einfach nur der „verbraucherschutzpolitische Sprecher“ seine Fraktion, sondern saß auch im Aufsichtsrat eines Agrarhändlers mit Milliardenumsatz. Und ließ sich auch mal zum „Paten“ (!) eines Monsanto-Gentechnikfeldes ernennen! Wenig überraschend, dass Monsanto bis heute seine Studien, nach denen Glyphosat angeblich unbedenklich sei, noch nicht einmal veröffentlichen muss… Wie groß der Einfluss der Lobbyisten tatsächlich ist, lässt sich an einigen erschreckenden Beispielen nur erahnen:
    • Die Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) haben im Auftrag der Bundesregierung Qualitätsstandards für eine gute Ernährung in Kindergärten entwickelt. Aber: Das Ernährungsministerium hat sie danach nicht einfach veröffentlicht, sondern erst einmal dem Lobbyverband der Lebensmittelwirtschaft zur Stellungnahme gegeben – und die Standards daraufhin allen Ernstes abgesenkt! Die Lobbyisten freuten sich, dass sie „zahlreiche Inhalte“ noch „verbessern“ konnten. Konkret: Künstliche Aromen, Geschmacksverstärker, Schmelzkäse oder Süßstoffe blieben in den Kitas weiter „erlaubt“. Und das entgegen dem Rat der unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler!
  • Das alles dürfen wir uns nicht länger gefallen lassen. Wir dürfen nicht länger zulassen, dass sich Politiker zum Büttel der Industrie machen und sich mehr für den Profit der Industrie- und Agrarkonzerne einsetzen als für die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher. Das aber geschieht immer und immer wieder. Bitte helfen Sie uns, diese Fälle ans Licht zu bringen und immer wieder unseren Finger in die Wunde zu legen – seien Sie dabei als Förderin/Förderer von foodwatch!
  • Der einseitige Einfluss von Konzern- und Agrarlobbyisten gefährdet das Gemeinwohl und die Demokratie. Allein der Bauernverband habe in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich eine Vielzahl strengerer Umwelt- und Tierschutzvorgaben verhindert, zitierte die Süddeutsche Zeitung einen Abgeordneten. Ja, es ist die bittere Wahrheit: Der lange Arm der Wirtschaftslobbyisten reicht hinein bis in unsere Ställe, Supermärkte und Kindergärten! Es ist aber nicht damit getan, diesen Missständen auf die Schliche zu kommen. Wir müssen uns wehren. Wehren Sie sich gemeinsam mit uns und werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch! Wir sind fest davon überzeugt: Die beschriebenen Fälle sind nur die kleine Spitze eines gewaltigen Eisbergs. Wir wissen nur einen Bruchteil, das meiste geschieht im Verborgenen. Aber wir dürfen das nicht länger hinnehmen. Mit foodwatch wollen wir eine starke Gegenlobby aufbauen – helfen Sie uns dabei und werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!
  • Schätzungen zufolge sind allein in Brüssel 25.000 Lobbyisten aktiv, mit einem Jahresbudget im Milliardenbereich nehmen sie Einfluss auf die Gesetzgebung der EU, oftmals hinter verschlossenen Türen – und die meisten arbeiten für Unternehmen oder Wirtschaftsverbände. Mit öffentlichen Recherchen und Kampagnen wollen wir dagegenhalten. Welchen Einfluss Industrie und Konzerne haben, muss ans Tageslicht – und wir müssen etwas dagegensetzen! Bitte stärken Sie uns als Antwort auf Nestlé, Monsanto, Zuckerlobby & Co. – unterstützen Sie uns dabei, eine starke, europaweite Verbraucherorganisation aufzubauen – werden Sie noch heute Mitglied von foodwatch!

  • Vielen Dank und herzliche Grüße,
    Ihr
    Martin Rücker,
    Geschäftsführer

An alle Rechten und Nazis, Identitären und „besorgten Bürger“ –

… und alle, die befürworten, was diese Woche in Chemnitz passiert ist:

Das ist nicht Euer Land. Das sind nicht Eure Straßen. Hier werden keine Hitlergrüße gezeigt und erst recht keine Menschen aufgrund ihrer Aussehens oder ihrer Herkunft gejagt. Zu lange waren wir zu leise und haben Euch zugesehen. Damit ist jetzt Schluss. Ihr könnt noch so oft „Wir sind das Volk“ brüllen – Ihr seid es nicht. Ihr seid nicht Deutschland. Ihr seid nicht Sachsen. Ihr seid nicht Chemnitz. Deutschland sind wir alle. Wir haben alle Hautfarben und Religionen, Wurzeln in der ganzen Welt und sprechen alle Sprachen dieser Erde. Ab heute gilt: Die stille Mehrheit schweigt nicht mehr.“

Mikroplastik in Mineralwässern gefunden!

Doch bei welchen Marken, möchte uns das Verbraucherschutzministerium in Nordrhein-Westfalen nicht sagen. Und das bei einem Lebensmittel, das viele von uns tagtäglich konsumieren! Wir fordern: Her mit den Daten!

Es ist Sommer, es ist heiß – was gibt es da besseres als eine Flasche kaltes Mineralwasser? Doch was ist, wenn Mineralwasser – egal ob in Plastik- oder Glasflasche – mit winzigen Plastikpartikeln verunreinigt ist? Davon ist derzeit leider auszugehen: Ende des Jahres 2017 hat eine dem Verbraucherschutzministerium Nordrhein-Westfalen (NRW) unterstellte Behörde eine Studie veröffentlicht, in der Mikroplastik-Partikel in Mineralwasser nachgewiesen wurden. Die Studie nennt jedoch keine Hersteller- oder Produktnamen – trotz unserer Nachfrage weigert sich das Ministerium, die Namen herauszugeben. Deshalb brauchen wir jetzt Ihre Unterstützung.

Mikroplastik in Lebensmitteln ist nicht neu: In den letzten Jahren wurde in verschiedenen Studien nachgewiesen, dass Lebensmittel wie z.B. Meeresfrüchte oder Meersalz (Fleur de Sel) winzige Plastikpartikel enthalten können. Doch nun wurde Mikroplastik auch in einem ganz alltäglichen Lebensmittel nachgewiesen: In Mineralwasser! Besonders hoch waren die Werte bei Wasser aus Mehrweg-Plastikflaschen. Doch auch bei Mineralwässern in Glasflaschen war eine erhöhte Zahl an Mikroplastik-Partikeln enthalten. Das Problem: Wir wissen nicht, welche Marken betroffen sind!

Welche gesundheitlichen Gefahren von dem Verzehr von Mikroplastik ausgehen, ist noch völlig unklar. Es gibt Hinweise darauf, dass der Verzehr von Mikroplastik Entzündungen beim Menschen hervorrufen könnte. Obwohl deutsche und europäische Behörden schon seit Jahren zum Thema Mikroplastik in Lebensmitteln arbeiten, gibt es bislang keine Bewertung des Gesundheitsrisikos. Wir finden: Solange die gesundheitlichen Auswirkungen nicht geklärt sind, ist es das Mindeste, dass Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren, in welchen Produkten Mikroplastik enthalten ist.

Schreiben Sie jetzt an das Verbraucherschutzministerium in Nordrhein-Westfalen und fordern Sie die Herausgabe der Testergebnisse inklusive der Namen der Hersteller und Produkte: Wir wollen wissen, in welchen Produkten Mikroplastik drin steckt!

Weiterführende Informationen und Quellen:Mineralwasser-Studie des CVUA-MEL Münster
Schriftwechsel zwischen foodwatch und den zuständigen Behörden in NRW

P.S.: Wir recherchieren, haken nach, decken auf. Um unabhängig zu bleiben, verzichten wir bewusst auf staatliche Gelder. Unsere Arbeit ist daher nur möglich mit Ihrer Hilfe – bitte unterstützen Sie uns und werden Sie jetzt Fördermitglied von foodwatch:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: 
aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

FilmUnion-Newsletter Nr. 04 – 2018 vom 25. Juli 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wenn gefühlt ganz Deutschland Urlaub macht, ist für Filmschaffende auch Hochsaison – allerdings auf die Arbeit bezogen. Dass die Arbeitszeiten dennoch nicht endlos ausgedehnt werden, verhindert der neue Tarifvertrag für Film- und Fernsehschaffende, der Ende Mai nach vier Verhandlungsrunden abgeschlossen wurde (siehe Punkt 1). Mehr Gage gibt es nun für mehr Kolleg*innen am Set und den Produktionsbüros, denn es wurden zehn weitere Berufe in die Gagentabelle aufgenommen. Das ist gut so.
Wir wünschen euch einen schönen Sommer!
Eure ver.di FilmUnion

http://filmunion.verdi.de
http://www.facebook.com/connexx.av

  1. Abschluss TV FFS: Zwölf Stunden Tageshöchstarbeitszeit
  2. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk I: Unterhaltung ist Kernelement
  3. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk II: Bundesverfassungsgericht stärkt Rundfunkbeitrag
  4. Ausschreibung Siegfried Kracauer Preis 2018
  5. Berlinale: Kosslick geht, Duo kommt
  6. Oscar-Akademie wird größer und vielfältiger
  7. Tipps für Kameraleute per Podcast
  8. #metoo I: Vertragsklausel gegen sexuelle Gewalt und Belästigung
  9. #metoo II: Einzelchoaching für Verbal-Rambo
  10. FilmSchauPlätze NRW bis Ende August
  11. Impressum / Abo

1. Abschluss TV FFS: Zwölf Stunden Tageshöchstarbeitszeit

Eine Reihe von Veränderungen gibt es für die 25.000 Film- und Fernsehschaffenden, die für die Dauer von einzelnen Filmproduktionen angestellt werden: Mit dem Tarifergebnis wird die Tageshöchstarbeitszeit endlich auf 12 Stunden begrenzt. Bis Ende 2020 steigen die Tarife in drei Stufen im Durchschnitt um 7,6 Prozent. Eine weitere Neuerung ist die Aufnahme von zehn weiteren Berufen in die Gagentabelle, die auch gleich von den vereinbarten Tarifsteigerungen profitieren. Die Neutarifierungen bedeuten nicht, dass erfahrene Filmschaffende nun zum Mindesttarif arbeiten müssen (mehr Infos dazu hier: https://filmunion.verdi.de/und-action/nachrichten/++co++bd748c06-6fb9-11e8-a880-525400423e78). Weiterhin wurde das „Rosinenpicken“ ausgeschlossen und es gilt eine verbesserte Regelung zur Pensionskasse Rundfunk. Für Schauspieler*innen entfällt die kostenlose Vorbereitungsstunde. Eine redaktionelle Überarbeitung des Tarifvertrages ist vereinbart.
Neu ist außerdem ein Zusatztarifvertrag für Hochschul-Abschluss- und Debutfilme.
Eine genauere Beschreibung der Tarifergebnisse findet sich hier: https://filmunion.verdi.de/und-action/nachrichten/++co++3def7d7a-659f-11e8-b3a5-525400423e78
Die Tarifverträge stehen hier zum Download bereit:
https://filmunion.verdi.de/tarife/++co++a0a66a4c-0b7a-11e4-9afb-52540059119e

2. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk I: Unterhaltung ist Kernelement

ver.di, Produzentenallianz und BFFS stellen sich gemeinsam gegen Reformvorschläge, die den Schwerpunktauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf die Bereiche Kultur, Bildung und Information reduzieren wollen.
Die Verbände stellen in einer gemeinsamen Erklärung heraus, dass eine solche staatvertraglich festgeschriebene Reduzierung des Programmauftrages die Vielfaltssicherung in Deutschland beeinträchtigen würde und mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nicht in Einklang zu bringen ist. Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender: „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll die gesamte Gesellschaft erreichen und dort zur demokratischen Willensbildung beitragen. Zu seinem Programmauftrag gehört deshalb zwingend die Unterhaltung. Nur so lässt sich ein relevantes und vielfältiges Angebot für alle Beitragszahlerinnen und Beitragszahler sicherstellen.“
https://filmunion.verdi.de/und-action/nachrichten/++co++d92af8c6-88fb-11e8-a8b8-525400f67940

3. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk II: Bundesverfassungsgericht stärkt Rundfunkbeitrag

Die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch den Rundfunkbeitrag ist im Wesentlichen verfassungsgemäß. Das entschied das Bundesverfassungsgericht am 18. Juli. Viele Akteure aus dem Kunst- und Medienbereich begrüßten das Urteil. So auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „… Die große Vielfalt der Medien- und Informationslandschaft hier in Deutschland ist eine der tragenden Säulen unserer demokratischen Grundordnung. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist elementarer Bestandteil dieser Medienvielfalt und wichtiger Impulsgeber für den demokratischen Diskurs. Gerade durch die Gebührenfinanzierung ist die Unabhängigkeit des Journalismus dort gewahrt. (…)“
https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2018/bvg18-059.html
https://mmm.verdi.de/medienpolitik/rundfunkbeitrag-mit-verfassung-vereinbar-52049

4. Ausschreibung Siegfried Kracauer Preis 2018

Der Verband der deutschen Filmkritik (VdFK), die MFG Filmförderung Baden-Württemberg und die Film- und Medienstiftung NRW schreiben zum fünften Mal die insgesamt mit 15.000 Euro dotierten Preise für Filmkritik aus: Der Preis für die Beste Filmkritik ist mit 3.000 Euro dotiert; das einjährige Stipendium ist mit 12.000 Euro ausgestattet. Die nach dem herausragenden Autor und Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Auszeichnung wird im Rahmen der feierlichen Preisverleihung des Kinofest Lünen am 24. November 2018 vergeben. Bewerbungsschluss für den Siegfried Kracauer Preis 2018 ist der 1. September 2018. Eine gemeinsam von den Preispartnern berufene unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe beider Preise anhand der Einreichungen. Weitere Informationen und Bewerbungsmodalitäten: www.siegfried-kracauer-preis.de

5. Berlinale: Kosslick geht, Duo kommt

Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian werden ab 2020 das neue Leitungsgespann der Berlinale bilden. Bis dahin wird Dieter Kosslick die Geschäfte führen. Rissenbeek soll als Geschäftsführerin und Chatrian als künstlerischer Direktor dafür sorgen, dass die Internationalen Filmfestspiele Berlinale jünger, internationaler und experimentierfreudiger werden und dennoch ihren Charakter als politisches Publikumsfestival mit anspruchsvollem Kinoprogramm erhalten. Der Filmmarkt verändert sich global, die Herausforderungen sind enorm. Damit die Berlinale neben Cannes und Venedig auch weiterhin als eines der wichtigsten internationalen Filmfestivals der Welt gelten kann, werden auch weiterhin Reformen mit Feingefühl und Weitblick notwendig sein. Die Doppelstruktur soll diesen Herausforderungen gerecht werden.
https://www.berlinale.de/de/presse/pressemitteilungen/alle/Alle-Detail_45780.html

6. Oscar-Akademie wird größer und vielfältiger

Die Oscar-Akademie hat in diesem Jahr besonders viele neue Mitglieder eingeladen, u.a. „Harry Potter“-Schöpferin J.K. Rowling, die Schauspielerinnen Diane Kruger, Tiffany Haddisch und Daisy Ridley oder der Musiker Kendrick Lamar. Ein Rekord ist nicht nur die Zahl von 928 Filmschaffenden- ebenso sensationell: Fast die Hälfte der neuen Mitglieder sind Frauen, knapp 40 Prozent Nicht-Weiße. Ihre Zusage ist aber keineswegs sicher. „Alte Hasen“ wie Regisseur Steven Spielberg oder die Schauspieler Whoopi Goldberg und Jackie Chan begrüßen die Neuen im Oscar-Club per Video. https://www.deutschlandfunkkultur.de/oscar-akademie-wird-vielfaeltiger-wir-werden-sie-so.2165.de.html?dram:article_id=421275

7. Tipps für Kameraleute per Podcast

Die beiden Podcaster Johannes Gall und Simon Knobloch sprechen seit Ende letzten Jahres in ihrem Podcast Setfunk 5 über aktuelle Themen aus der Film- und Fernsehbranche. Die Reihe der beiden jungen Filmemacher beschäftigt sich in insgesamt 42 Beiträgen mit verschiedensten rechtlichen Aspekten, die für Filmschaffende wichtig sind. Alle bisherigen Folgen des Audio-Podcasts kann auf iTunes abonniert werden: https://itunes.apple.com/de/podcast/setfunk-5/id1224226579
oder man lädt sich bei Soundcloud die MP3 herunter: https://soundcloud.com/setfunk5

8. #metoo I: Vertragsklausel gegen sexuelle Gewalt und Belästigung

Die ARD-Landesrundfunkanstalten und die Produzentenallianz erweiterten ihre gemeinsamen Leitlinien für Transparenz und Antikorruption um eine Passage gegen sexuelle Gewalt, Missbrauch und sexualisierte Belästigung. Eine entsprechende Klausel findet zukünftig Eingang in die Produktionsverträge. Beide Seiten werden begründete Verdachtsmomente umgehend prüfen und im Einzelfall erforderliche und angemessene Maßnahmen zum Schutz Betroffener ergreifen. Bereits Ende Mai dieses Jahres hatten Verbände und Gewerkschaften der Film- und Fernsehbranche gemeinsam mit Vertretungen der Produzent*innen, Sender, Theater und Orchester in Deutschland den Verein „Themis – Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt“ – gegründet.
http://www.produzentenallianz.de/fileadmin/data/dokumente/Offizielle_Dokumente/ARD-Leitlinien_06-2018.pdf

9. #metoo II: Einzelchoaching für Verbal-Rambo

Im Warm-Up zur Live-Sendung „Landpartie Spezial“ soll NDR-Moderator Hinnerk Baumgarten das Publikum zum Klatschen aufgefordert und gesagt haben: „Wer nicht mitmacht, bekommt eine Nacht mit Heike Götz.” Seine Co-Moderatorin fand dies überhaupt nicht lustig, ebenso wenig die Leitung des Senders: „Wir haben verschiedene Optionen geprüft. Herr Baumgarten ist sich bewusst, dass sich ein solches Verhalten nicht wiederholen darf. Andernfalls wäre die weitere Zusammenarbeit ausgeschlossen”, so ein Sprecher. Baumgarten selbst gelobte Besserung: „Ich habe mich bei Heike Götz entschuldigt. Sie hat diese akzeptiert. Es wird nicht wieder vorkommen.“ Baumgarten hat sich dazu verpflichtet, ein Einzel-Coaching zu absolvieren. Darin soll es u.a. um Persönlichkeitsentwicklung gehen.
https://www.dwdl.de/nachrichten/67294/ndr_bestraft_moderator_nach_verbalem_ausfall/

10. FilmSchauPlätze NRW bis Ende August

Bis zum 28. August läuft die Open Air-Kinoreihe FilmSchauPlätze, zu der die Film- und Medienstiftung NRW gemeinsam mit Partnern vor Ort einlädt. Das erfolgreiche Konzept: Besondere Filme, die auf besondere Orte im ganzen Land abgestimmt werden. Insgesamt werden 19 Filme gezeigt, zu allen ist der Eintritt frei. Die Partner vor Ort organisieren vielfältige Rahmenprogramme, von der Burgbesichtigung bis zum Fitness-Parcours. Vor jedem Spielfilm läuft zur Einstimmung ein Kurzfilm aus NRW. Über Stationen im Ruhrgebiet, im Münsterland, am Niederrhein, in der Eifel, im Rheinland und im Bergischen Land lockt zum Abschluss am 28. August der Cannes-Preisträger „The Square“ in den Stadtgarten Recklinghausen.
Das ganze Programm steht hier:
https://www.filmschauplaetze.de/.

11. Impressum / Abo

Die ver.di FilmUnion will mit diesem Newsletter für bessere Information und Transparenz bei den Beschäftigten der Produktionswirtschaft von Film und Fernsehen sorgen. Insbesondere greifen wir film- und sozialpolitische Themen auf. Die ver.di FilmUnion bildet das gewerkschaftliche Netzwerk von Film- und Fernsehschaffenden und allen anderen Beschäftigten in Produktions-, Dienstleistungs- und Studiobetrieben. Wir treten für Kunstfreiheit, gerechte Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und vor allem die Umsetzung tariflicher Bestimmungen ein. Als vorrangiges Ziel streben wir eine integrierte Interessenvertretung der Film- und Fernsehbeschäftigten in der zergliederten Branche gegenüber Sendern, Produzenten und der Politik an.

Der ver.di-FilmUnion-Newsletter erscheint alle zwei Monate. Wer den ver.di-FilmUnion-Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann sich hier abmelden:
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Bei Fragen, Anregungen oder Kritik sind wir erreichbar:
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Texte: Gundula Lasch

Redaktion: Kathlen Eggerling
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Matthias von Fintel, Geschäftsführer
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Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin