Filmtipp: “WACKERSDORF”. Ein Plädoyer für demokratische Werte

Gerade frisch in den Kinos ist das packende Polit-Drama “WACKERSDORF” über die Hintergründe, die zu dem legendären Protest gegen den Bau der atomaren Wiederaufbereitungsanlage in der Oberpfalz führten. Landrat Hans Schuirer möchte Arbeitsplätze für seine Region schaffen. Doch als der Freistaat ohne rechtliche Grundlage mit Gewalt gegen Proteste einer Bürgerinitiative vorgeht, die sich für den Erhalt der Natur in ihrer Heimat einsetzt, steigen in Schuierer Zweifel auf. “Wackersdorf” zeichnet an Originalschauplätzen die Geburtsstunde der zivilen Widerstandsbewegung in der BRD nach. Ein Plädoyer für demokratische Werte und Bürgerengagement, heute so aktuell wie damals.

Unser Geschäftsführer Sascha Müller-Kraenner (im Bild) hat übrigens damals selbst mitdemonstriert. Er ist am 30. September im Yorck Kino in Berlin mit dabei und erzählt, wie die Proteste damals abliefen und warum Wackersdorf so wichtig für den Atomausstieg Deutschlands war.

Aktuell protestieren wir für einen schnellen Kohleausstieg – erheben auch Sie mit uns Ihre Stimme!

Protest-Aktion Kohleausstieg

Filmtrailer

Herausgeber:
Deutsche Umwelthilfe e.V.
Fritz-Reichle-Ring 4
D-78315 Radolfzell
info@duh.dewww.duh.de

Wie der Einfluss von Konzern- und Agrarlobbyisten das Gemeinwohl gefährdet.

Hallo und guten Tag, Uwe Michael Wiebking,

haben Sie sich schon einmal gefragt, WARUM eigentlich so viele umstrittene Pestizide in der Landwirtschaft eingesetzt werden dürfen, obwohl die meisten Menschen das ablehnen? WARUM die wichtigsten Angaben auf Lebensmittelpackungen in winzig kleiner Schrift versteckt auf der Rückseite stehen? Oder WARUM die Tierschutzstandards nicht endlich besser kontrolliert werden?

Ein Teil der Antwort liegt sicher in dem, was die frühere Ernährungs- und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner laut „Spiegel“ einem Bundestagsabgeordneten beim Bier gestanden haben soll: „Ich tue alles, was der Bauernverband will.“ Eine gewählte Volksvertreterin und vereidigte Ministerin, die sich ihre Politik von der Agrarlobby diktieren lässt? Das ist schlimm – noch schlimmer aber ist, dass es sich bei der Ministerin mitnichten um einen Einzelfall handelt. Im Gegenteil: Die Macht der Einflüsterer vom Bauernverband und den Lobbyverbänden der Lebensmittelindustrie ist gewaltig, und wir spüren sie jeden Tag. Mit foodwatch kämpfen wir dafür, dass die Interessen von uns Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht unter die Räder geraten – helfen Sie uns dabei und werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!

Wie groß der Einfluss der Lobbyisten tatsächlich ist, lässt sich an einigen erschreckenden Beispielen nur erahnen:

  • Eine Milliarde Euro (!) hat die Lebensmittelindustrie EU-weit investiert, um die von zahlreichen Verbraucherinnen und Verbrauchern gewünschte Ampelkennzeichnung für Lebensmittel zu verhindern – mit vollem Erfolg, es gibt bis heute keine verbindliche Nährwert-Ampel. In der Lobby-Schlacht um die Kennzeichnungsvorgaben baute die Lebensmittelindustrie ihre „Informations“-Stände sogar mitten im Europaparlament auf! Auch eine bessere Herkunftskennzeichnung, für die sich das Europaparlament schon ausgesprochen hatte, verhinderte sie. Und sie drückte zusätzlich noch eine 1,2-Millimeter-große Schrift für die Angaben auf Etiketten durch, nachdem ursprünglich größere Angaben vorgesehen waren.
  • Die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung zeigt besonders deutlich, welche Macht die Wirtschaftslobby hat. Bei ihrer Risikobewertung schrieb die zuständige Behörde aus Monsanto-Studien ab. Und als bei der EU-Abstimmung das deutsche „Ja“ den Ausschlag für eine erneute Zulassung des Ackergifts gab, hatte der damalige Landwirtschaftsminister Christian Schmidt gute Unterstützung: Sein Staatssekretär Peter Bleser nämlich ist in der Branche bestens vernetzt. Vor seinem Amt im Ministerium war er nicht einfach nur der „verbraucherschutzpolitische Sprecher“ seine Fraktion, sondern saß auch im Aufsichtsrat eines Agrarhändlers mit Milliardenumsatz. Und ließ sich auch mal zum „Paten“ (!) eines Monsanto-Gentechnikfeldes ernennen! Wenig überraschend, dass Monsanto bis heute seine Studien, nach denen Glyphosat angeblich unbedenklich sei, noch nicht einmal veröffentlichen muss… Wie groß der Einfluss der Lobbyisten tatsächlich ist, lässt sich an einigen erschreckenden Beispielen nur erahnen:
    • Die Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) haben im Auftrag der Bundesregierung Qualitätsstandards für eine gute Ernährung in Kindergärten entwickelt. Aber: Das Ernährungsministerium hat sie danach nicht einfach veröffentlicht, sondern erst einmal dem Lobbyverband der Lebensmittelwirtschaft zur Stellungnahme gegeben – und die Standards daraufhin allen Ernstes abgesenkt! Die Lobbyisten freuten sich, dass sie „zahlreiche Inhalte“ noch „verbessern“ konnten. Konkret: Künstliche Aromen, Geschmacksverstärker, Schmelzkäse oder Süßstoffe blieben in den Kitas weiter „erlaubt“. Und das entgegen dem Rat der unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler!
  • Das alles dürfen wir uns nicht länger gefallen lassen. Wir dürfen nicht länger zulassen, dass sich Politiker zum Büttel der Industrie machen und sich mehr für den Profit der Industrie- und Agrarkonzerne einsetzen als für die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher. Das aber geschieht immer und immer wieder. Bitte helfen Sie uns, diese Fälle ans Licht zu bringen und immer wieder unseren Finger in die Wunde zu legen – seien Sie dabei als Förderin/Förderer von foodwatch!
  • Der einseitige Einfluss von Konzern- und Agrarlobbyisten gefährdet das Gemeinwohl und die Demokratie. Allein der Bauernverband habe in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich eine Vielzahl strengerer Umwelt- und Tierschutzvorgaben verhindert, zitierte die Süddeutsche Zeitung einen Abgeordneten. Ja, es ist die bittere Wahrheit: Der lange Arm der Wirtschaftslobbyisten reicht hinein bis in unsere Ställe, Supermärkte und Kindergärten! Es ist aber nicht damit getan, diesen Missständen auf die Schliche zu kommen. Wir müssen uns wehren. Wehren Sie sich gemeinsam mit uns und werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch! Wir sind fest davon überzeugt: Die beschriebenen Fälle sind nur die kleine Spitze eines gewaltigen Eisbergs. Wir wissen nur einen Bruchteil, das meiste geschieht im Verborgenen. Aber wir dürfen das nicht länger hinnehmen. Mit foodwatch wollen wir eine starke Gegenlobby aufbauen – helfen Sie uns dabei und werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!
  • Schätzungen zufolge sind allein in Brüssel 25.000 Lobbyisten aktiv, mit einem Jahresbudget im Milliardenbereich nehmen sie Einfluss auf die Gesetzgebung der EU, oftmals hinter verschlossenen Türen – und die meisten arbeiten für Unternehmen oder Wirtschaftsverbände. Mit öffentlichen Recherchen und Kampagnen wollen wir dagegenhalten. Welchen Einfluss Industrie und Konzerne haben, muss ans Tageslicht – und wir müssen etwas dagegensetzen! Bitte stärken Sie uns als Antwort auf Nestlé, Monsanto, Zuckerlobby & Co. – unterstützen Sie uns dabei, eine starke, europaweite Verbraucherorganisation aufzubauen – werden Sie noch heute Mitglied von foodwatch!

  • Vielen Dank und herzliche Grüße,
    Ihr
    Martin Rücker,
    Geschäftsführer

An alle Rechten und Nazis, Identitären und „besorgten Bürger“ –

… und alle, die befürworten, was diese Woche in Chemnitz passiert ist:

Das ist nicht Euer Land. Das sind nicht Eure Straßen. Hier werden keine Hitlergrüße gezeigt und erst recht keine Menschen aufgrund ihrer Aussehens oder ihrer Herkunft gejagt. Zu lange waren wir zu leise und haben Euch zugesehen. Damit ist jetzt Schluss. Ihr könnt noch so oft „Wir sind das Volk“ brüllen – Ihr seid es nicht. Ihr seid nicht Deutschland. Ihr seid nicht Sachsen. Ihr seid nicht Chemnitz. Deutschland sind wir alle. Wir haben alle Hautfarben und Religionen, Wurzeln in der ganzen Welt und sprechen alle Sprachen dieser Erde. Ab heute gilt: Die stille Mehrheit schweigt nicht mehr.“

Mikroplastik in Mineralwässern gefunden!

Doch bei welchen Marken, möchte uns das Verbraucherschutzministerium in Nordrhein-Westfalen nicht sagen. Und das bei einem Lebensmittel, das viele von uns tagtäglich konsumieren! Wir fordern: Her mit den Daten!

Es ist Sommer, es ist heiß – was gibt es da besseres als eine Flasche kaltes Mineralwasser? Doch was ist, wenn Mineralwasser – egal ob in Plastik- oder Glasflasche – mit winzigen Plastikpartikeln verunreinigt ist? Davon ist derzeit leider auszugehen: Ende des Jahres 2017 hat eine dem Verbraucherschutzministerium Nordrhein-Westfalen (NRW) unterstellte Behörde eine Studie veröffentlicht, in der Mikroplastik-Partikel in Mineralwasser nachgewiesen wurden. Die Studie nennt jedoch keine Hersteller- oder Produktnamen – trotz unserer Nachfrage weigert sich das Ministerium, die Namen herauszugeben. Deshalb brauchen wir jetzt Ihre Unterstützung.

Mikroplastik in Lebensmitteln ist nicht neu: In den letzten Jahren wurde in verschiedenen Studien nachgewiesen, dass Lebensmittel wie z.B. Meeresfrüchte oder Meersalz (Fleur de Sel) winzige Plastikpartikel enthalten können. Doch nun wurde Mikroplastik auch in einem ganz alltäglichen Lebensmittel nachgewiesen: In Mineralwasser! Besonders hoch waren die Werte bei Wasser aus Mehrweg-Plastikflaschen. Doch auch bei Mineralwässern in Glasflaschen war eine erhöhte Zahl an Mikroplastik-Partikeln enthalten. Das Problem: Wir wissen nicht, welche Marken betroffen sind!

Welche gesundheitlichen Gefahren von dem Verzehr von Mikroplastik ausgehen, ist noch völlig unklar. Es gibt Hinweise darauf, dass der Verzehr von Mikroplastik Entzündungen beim Menschen hervorrufen könnte. Obwohl deutsche und europäische Behörden schon seit Jahren zum Thema Mikroplastik in Lebensmitteln arbeiten, gibt es bislang keine Bewertung des Gesundheitsrisikos. Wir finden: Solange die gesundheitlichen Auswirkungen nicht geklärt sind, ist es das Mindeste, dass Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren, in welchen Produkten Mikroplastik enthalten ist.

Schreiben Sie jetzt an das Verbraucherschutzministerium in Nordrhein-Westfalen und fordern Sie die Herausgabe der Testergebnisse inklusive der Namen der Hersteller und Produkte: Wir wollen wissen, in welchen Produkten Mikroplastik drin steckt!

Weiterführende Informationen und Quellen:Mineralwasser-Studie des CVUA-MEL Münster
Schriftwechsel zwischen foodwatch und den zuständigen Behörden in NRW

P.S.: Wir recherchieren, haken nach, decken auf. Um unabhängig zu bleiben, verzichten wir bewusst auf staatliche Gelder. Unsere Arbeit ist daher nur möglich mit Ihrer Hilfe – bitte unterstützen Sie uns und werden Sie jetzt Fördermitglied von foodwatch:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: 
aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.